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Schadensersatz

Definition

Ausgleich des Schadens (Interesse), der einem anderen durch einen vom Ersatzpflichtigen zu vertretenden Umstand erwachsen ist. Eine Schadensersatzpflicht kann sich u.a. sowohl aus einem zwischen den Parteien bestehenden Vertrag (Pflichtverletzung), bes. bei gegenseitigen Verträgen, als auch aus einem Verschulden bei Vertragsverhandlungen oder auch außerhalb vertraglicher Beziehungen aus dem Gesichtspunkt unerlaubter Handlung oder der Gefährdungshaftung ergeben.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Bürgerliches Recht
    2. Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht und Wettbewerbsrecht
    3. Steuerliche Behandlung

    Bürgerliches Recht

    1. allgemeine Grundsätze über die Formen des aufgrund anderer Bestimmungen zu leistenden Schadensersatz in §§ 249–255 BGB. Der Schädiger muss den tatsächlichen Zustand wieder herstellen, der bestehen würde, wenn das schädigende Ereignis nicht eingetreten wäre (z.B.: Die beschädigte Sache reparieren, für eine zerstörte Sache gleichwertigen Ersatz liefern). Ein Anspruch auf Geldersatz besteht grundsätzlich nur bei Körper- und Sachschäden (§ 249 Satz 2 BGB). Praktisch ist heute Geldersatz die Regel.

    2. Besonderheiten: a) Der zu ersetzende Schaden umfasst auch den entgangenen Gewinn (§ 252 BGB), während dem Geschädigten zugeflossene Vorteile durch Vorteilsausgleichung zu berücksichtigen sind.

    b) Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, braucht nur Ersatz geleistet zu werden, wenn das Gesetz es - wie z.B. beim Schmerzensgeld - ausdrücklich anordnet (§ 253 I BGB).

    c) Mitverschulden des Geschädigten kann zur Schadensteilung, u.U. auch zu Wegfall des Anspruchs auf Schadensersatz führen (§ 254 BGB).

    d) In Ausnahmefällen kann auch für den einem anderen entstandenen Schaden (Drittschaden) Schadensersatz verlangt werden.

    Vgl. auch Pauschalierung von Schadensersatzansprüchen.

    3. Formen: a) (Einfacher) Schadensersatz, z.B. Ersatz der Heilungskosten und des Verdienstausfalls, wenn der Besucher eines Restaurants eine Lebensmittelvergiftung infolge der Fahrlässigkeit des Restaurantbesitzers erleidet.

    b) Schadensersatz statt Leistung, z.B. in Höhe des Preises eines mangelfreien Kraftwagens, wenn bei einem Gebrauchtwagenkauf die Mängel am Kraftwagen nicht behoben werden können.

    c) Verzugsschaden.

    Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht und Wettbewerbsrecht

    Auf diesen Rechtsgebieten wird das allgemeine Schadensersatzrecht dadurch ergänzt, dass dem Verletzten nach seiner Wahl drei Schadensberechnungsarten zur Verfügung stehen: Konkret anhand des entgangenen Gewinns oder Herausgabe des Verletzergewinns oder Schadensschätzung nach Grundsätzen der Lizenzanalogie. Im Wettbewerbsrecht ist die Möglichkeit der dreifachen Schadensberechnung in Fällen wettbewerbswidriger „sklavischer Nachahmung“ (Ausbeutung), der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen (Betriebs- und Geschäftsgeheimnis) und der Vorlagenfreibeuterei anerkannt, bei anderen Wettbewerbsverstößen ist sie von der Rechtsprechung abgelehnt worden, hier bleibt die Berechnung eines konkreten Schadens, der ggf. nach § 287 ZPO zu schätzen ist.

    Steuerliche Behandlung

    Schadensersatzleistungen.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Astrid Meckel
      Oberlandesgericht Frankfurt am Main
      Richterin am Oberlandesgericht Frankfurt am Main
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Interne Verweise